Erdwärmepumpe: Vorteile, Funktion und Kosten

Die warmen Bodenschichten unter Ihrem Haus sind eine kostenlose Energiequelle. Heizen mit Erdwärme bringt große Vorteile für Sie als Hauseigentümer und schont dabei Umwelt und Klima. Lesen Sie jetzt, wo sich Erdwärmepumpen als Heizsystem eignen und was Sie bedenken müssen, damit Sie die Vorteile einer neuen Erdwärmeheizung in vollem Umfang ausnutzen können!

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Was ist eine Erdwärmepumpe?

Erdwärmepumpen, auch Sole-Wasser-Wärmepumpen genannt, nutzen vorhandene Wärme aus der Erde zum Heizen der Wohnräume. Sie funktionieren wie alle Wärmepumpenheizungen dabei nach dem Prinzip eines Kühlschranks – nur umgekehrt. Vereinfacht gesagt nimmt das Gerät vorhandene Wärme aus der Erde auf, verdichtet sie und transportiert sie an einen anderen Ort, wo Sie es gerne warm haben wollen – zum Beispiel in Ihren Wohnräumen.

Der Aufbau einer Wärmepumpenheizung lässt sich als System aus drei Kreisläufen beschreiben:
1. der Sole-Kreislauf zur Gewinnung von Wärme aus dem Boden
2. der Kältemittelkreislauf der eigentlichen Wärmepumpe
3. der Heizkreis zur Wärmeverteilung im Wohnraum

Was ist bei der Planung einer Erdwärmepumpe zu beachten?

Mit Geothermie eine Wärmepumpenheizung zu betreiben hat viele Vorteile. Allerdings müssen vier Voraussetzungen gegeben sein, damit sich die Investition wirklich auszahlt. Das betrifft einerseits die Energieeffizienz des Gebäudes und das Heizsystem und andererseits die Gegebenheiten am Standort.

Paar lässt sich von Heizungsmonteur auf einem Tablet die Erdwärmepumpe zeigen

1. Ist das Gebäude ausreichend energieeffizient und gut gedämmt?

Nur so erreicht die Wärmepumpe ihre höchste Effizienz mit Jahresarbeitszahlen von 4 und mehr.

2. Mit welchen Vorlauftemperaturen wird die beste Effizienz erreicht?

Die Vorlauftemperaturen sollten 50 °C nicht überschreiten, aus folgendem Grund: Je niedriger der Unterschied zwischen Bodentemperatur und Vorlauftemperatur, desto weniger Energie verbraucht die Wärmepumpe. Die höchste Effizienz erreichen Sie mit einer effizienten Wärmeverteilung über Flächenheizungen, Fußbodenheizung oder hochwertige, großflächige Heizkörper.

3. Ist der Boden geologisch für die Erdwärmenutzung geeignet?

Die Beschaffenheit des Bodens bestimmt den Erdwärmeertrag pro Meter. Feuchte, lehmige und sandige Böden liefern deutlich mehr Wärme, als trockenes, poröses Gestein. Ihr Bosch Wärmepumpenexperte kann den Standort für Sie beurteilen.

4. Ist das Grundstück geeignet, um Bohrungen oder Kollektorgräben anzulegen?

Schwere Geräte und umfangreiche Erdarbeiten sind nicht auf jedem Grundstück möglich. Vor allem bei der Sanierung müssen Sie abwägen, ob Sie zum Beispiel bestehende Gartenflächen aufgraben möchten.

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Vor- und Nachteile einer Erdwärmepumpe

Die Vorteile einer Erdwärmepumpe sind sehr überzeugend. Sie stellen damit Ihr Heizsystem nachhaltig auf und sichern sich niedrige Heizkosten. Doch es gibt Punkte, die Sie genau beachten müssen, damit Sie keine Nachteile haben.

Vorteile

  • hohe Leistung mit JAZ von 4 und mehr
  • gute CO2-Bilanz, die sich mit Ökostrom bis zur CO2-Neutralität verbessern lässt
  • günstige Heizkosten mit preiswerten Wärmepumpentarifen und hoher Wärmeausbeute pro kWh eingesetztem Strom
  • zuverlässige und leistungsfähige Warmwassererzeugung
  • passive Kühlung im Sommer – sehr preiswerte und ökologisch nachhaltige Klimatisierung Ihres Wohnraums fast ohne Energieaufwand
  • mit Sonde oder Kollektor an vielen Standorten einsetzbar
  • ergänzt sich sehr gut mit Photovoltaik und erhöht die Rentabilität der PV-Anlage
  • wartungsarm, robust und langlebig
  • geräuscharm und platzsparend, da nur ein Gerät (keine Außenaufstellung) notwendig
  • hohe Fördermöglichkeiten

Nachteile

  • Zu Beginn hohe Investitionskosten
  • im Vergleich zu anderen Wärmepumpen hoher Aufwand für Erschließung – dadurch im Altbau oft besondere Prüfung notwendig
  • exakte Planung notwendig, um die Vorteile voll auszunutzen
  • in eng bebauten Gebieten schwer umsetzbar
  • Kollektorflächen dürfen nicht durch Bauarbeiten, Pflanzen und ähnliches beschädigt werden
  • Bohrungen genehmigungspflichtig

Wie umweltfreundlich ist das Heizen mit Geothermie?

Umwelt und Klima profitieren, wenn konventionelle Brennstoffe eingespart werden. Beim aktuellen Strommix vermeiden Wärmepumpen ab einer JAZ von 3,5 effektiv CO2. Erdwärmepumpen erreichen JAZ von 4 und mehr. Sie sind damit wesentlich klimafreundlicher, als beispielsweise Gas- oder Ölheizungen mit Brennwerttechnik. Ökostrom oder Photovoltaik-Strom vom eigenen Dach vervielfachen den ökologischen Wert.

Auch der Boden und das Erdreich werden bei korrekter Planung nicht in Mitleidenschaft gezogen. Nur, wenn durch falsche Planung pro Meter zu viel Energie entnommen wird, kann sich das Erdreich im Laufe der Jahre abkühlen. Doch das ist die absolute Ausnahme.

Erdwärmepumpen von Bosch

Compress 7000i LW

  • Platzsparend durch integrierten 190 L-Warmwasserspeicher
  • Einfaches Einbinden einer PV-Anlage in Kombination mit dem Bosch Energiemanager möglich

Supraesco STE-1

  • Hohe Flexibilität, mit verschiedenen Speicherlösungen kombinierbar
  • Zuverlässige und robuste Bosch-Technologie
  • Auch als Wasser-Wasser-Wärmepumpe einsetzbar

Supraecso STM-1

  • Platzsparend durch eingebauten 190 L-Speicher
  • Zuverlässige und robuste Bosch-Technologie
  • Auch als Wasser-Wasser-Wärmepumpe einsetzbar

Kosten einer Erdwärmepumpe

Die Anschaffungs- und Installationskosten einer Erdwärmepumpe fallen höher aus, als zum Beispiel bei einer neuen Gasheizung. Das liegt vor allem an der aufwendigen Erschließung der Wärmequelle im Boden.

Anschaffungskosten 10.000 € – 12.000 EUR
Kosten für Installation 2.000 € – 3.000 EUR
Kosten Erschließung, Sondenbohrungen oder Kollektorverlegung 8.000 € – 10.000 EUR
Gesamtkosten für Einrichtung des Systems 20.000 – 25.000 EUR
Betriebskosten* 625 EUR für elektrische Energie (je nach Wärmepumpen-Tarif) zzlg. 150 EUR Wartungskosten im Jahr

* Beispielgebäude Neubau: JAZ 4, 120 m² beheizte Fläche, Gesamtwärmebedarf 10.000 kWh im Jahr, Wärmepumpentarif mit 0,23/kWh

Das sind die Fördermöglichkeiten

Mann und Frau schauen auf ein Tablet

Nutzen Sie die Unterstützung der öffentlichen Hand. Förderungen erhalten Sie je nach Bundesland und Energieversorgungsunternehmen. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite "Förderung für Wärmepumpen" , sowie beim Wärmepumpenverband Österreich.

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FAQ

Für private Wohngebäude sind Sondenbohrungen von bis zu 100 Metern üblich. Wenn die Ausbeute für den herrschenden Bedarf nicht genügt, sind mehrere Bohrungen nötig. Als Alternative besteht außerdem die Möglichkeit, die Erdwärmepumpe mit Erdkollektoren zu betreiben. Diese werden in einer Tiefe von 1,5 m auf dem Grundstück verlegt, eine Bohrung ist daher nicht notwendig.

In dieser Tiefe beträgt die Bodentemperatur im Mittel 15 Grad.

Anlagen für die Heizung mit Erdwärme sind durch die geringe Tiefe von maximal 100 Metern nicht betroffen.

Grundsätzlich ist eine Erdwärmepumpe auch bei Altbauten möglich. Die Eignung von Grundstück und Boden kann ein Experte oder auch das Landratsamt und die untere Wasserbehörde mit geringem Aufwand für Sie beurteilen.

Flächenheizungen sind für die Wärmeverteilung mit niedriger Vorlauftemperatur optimal, aber keine zwingende Voraussetzung. Viele Hausbesitzer nutzen die Vorteile einer Erdwärmepumpe mit einem passend eingestellten Heizkreis und geeigneten Heizkörpern.