Förderung für Ihre neue Heizung nach BEG

Erneuerbare Energien wirksam voranbringen mithilfe der Bunderförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Klimaschutz passiert auch im Heizungskeller. Auch in 2021 gibt es weiterhin attraktive Förderungen für den Umstieg auf erneuerbare Energien und besonders sparsame Heiztechnik.

Lesen Sie hier, mit welcher Förderung Ihre Heizungsanlage zukunftsfähig werden kann.

Alles zum Klimapaket Heizung

Förderung der Heizung: maßgebliche Änderungen ab 2021

Der Klimaschutz im Heizungskeller gehört zu den Kernpunkten im Klimapaket. Rund 15 Prozent der gesamten CO2-Emissionen entstehen bei der Wärmeerzeugung. Damit tragen Heizungsanlagen in Deutschland stark zum Klimawandel bei. Bis zum Jahr 2050 will die Bundesregierung langfristig einen klimaneutralen Gebäudebestand erreichen.

Darum bietet die Bundesregierung umfangreiche Förderung bei Heizungsmodernisierung und im Neubau. Das erleichtert die Anschaffung energieeffizienter, klimafreundlicher Lösungen. Alternative Heiztechniken sind so gegenüber den konventionellen Lösungen wettbewerbsfähiger und attraktiver. Für das Jahr 2021 werden mit der neuen „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) die bisherigen Förderprogramme der BAFA und KfW für energieeffizientes Bauen und Heizen neu strukturiert.

Was hat sich verändert?

  • Einheitliches und vereinfachtes Antragsverfahren: Mit nur einem Antrag können sämtliche Förderangebote (Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, Anlagetechnik, Anlagen zur Wärmeerzeugzung, Heizungsoptimierung, Fachplanung und Baubegleitung) beantragt werden. Für die Antragstellung steht auf der Webseite des BAFA ein elektronisches Antragsformular zur Verfügung. Der Antrag ist ausschließlich elektronisch zu stellen. ( Link zum BAFA Merkblatt )

  • Energieeffizienz und erneuerbare Energien: Im Neubau und der Sanierung werden EE-Klassen für den Einsatz erneuerbarer Energien eingeführt und die Förderquote bei Erreichung dadurch angehoben.
  • Anreizsteigerung in der Sanierung: besonders ambitionierte Sanierungsvorhaben wie die sehr anspruchsvolle Effizienzhausstufe EH 40 werden stärker gefördert. Die Förderung für weniger anspruchsvolle Stufen wie EH 115 werden beendet.
  • Erstmals eigenständig förderfähig, im Rahmen von Einzelmaßnahmen, werden Digitalisierungsmaßnahmen zur Verbrauchsoptimierung (Energiemanager, Smart Home).
  • Zusätzliche Förderung für einzelne Sanierungsmaßnahmen, die nach einem zuvor erstellten Sanierungsfahrplan (iSFP) für eine Vollsanierung umgesetzt werden.

Bundesförderung für effiziente Gebäude

Den Rahmen der Förderung bildet das Gebäudeenergiegesetzt (GEG) . Dieses ist seit 01.11.2020 gültig und fasst die unterschiedlichen Gesetze unter einer gebündelten Gesetzesgrundlage zusammen. Es regelt die Anforderungen an die Energieeffizienz, trifft jedoch keine Aussage zur Förderfähigkeit von Gebäuden oder Systemen.

Ab dem 01.01.2021 führt das BEG die Förderprogramme des BAFA und der KfW unter einem einheitlichen Auftritt in Richtung des Marktes zusammen. Die Verantwortlichkeit im Hintergrund wird nach wie vor zwischen BAFA und KfW geteilt. Aus den ursprünglich 10 Teilförderprogrammen entsteht ein einziges Programm mit 3 Teilprogrammen (Wohngebäude (WG), Nichtwohngebäude (NWG) und Einzelmaßnahmen (EM).

Möglichkeiten der Förderung unter dem BEG

Die Heizungsförderung in Kürze:

  • Grundsätzlich kann jeder private Hauseigentümer, der eine Immobilie selbst nutzt oder vermietet, eine Förderung in Anspruch nehmen
  • Fördermittel gibt es für den Austausch und die Optimierung einer Heizungsanlage oder für das Erreichen eines Effizienzhaus-Standard
  • Höhe der Förderung richtet sich nach dem Umfang (Bruttoinvestitionskosten) der Maßnahmen
  • Steuerliche Absetzung ist nicht mit den staatlichen Förderungen kumulierbar
  • Öl-Brennwertheizungen werden nicht mehr gefördert

Förderung von Einzelmaßnahmen in der Heizungsmodernisierung

Unter Einzelmaßnahmen fällt der Austausch und die Erweiterung der Heizungsanlage bei denen bis zu 45% gefördert werden. Der Höchstbetrag der förderfähigen Kosten liegt bei 60.000€ je Wohneinheit. Dies ist ein Anstieg um 10.000€ je Wohneinheit im Vergleich zu 2020. Einzelmaßnahmen sind besonders attraktiv bei einem reinen Heizungsaustausch. Ist dieser Teil eines längerfristigen, individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), wird ein zusätzlicher Bonus von 5% gewährt.

Gefördert werden Einzelmaßnahmen, die technischen Mindestanforderungen entsprechen und von Heizungsinstallateuren durchgeführt werden und zu einer Verbesserung des energetischen Niveaus des Gebäudes führen. Für Wärmeerzeuger, welche älter als 30 Jahre sind, besteht eine Austauschpflicht (ehemals Austauschpflicht nach EnEV ). Allerdings kann auch für Warmeerzeugern, welche unter die Austauschpflicht fallen, eine Förderung beantragt werden.

Wenn sie sich dazu entscheiden ihre Ölheizung durch eine Wärmepumpe zu ersetzen, so übernimmt der Staat bis zu 45% der Kosten. Geschieht dieser Wechsel im Zuge eines Sanierungsfahrplans profitieren Sie von zusätzlichen 5%, wodurch bis hin zu 50% Förderung erreicht werden können. Auch bei einem Tausch gegen eine Gas-Hybridheizung sind es stolze 40%.

Welche Einzelmaßnahmen werden gefördert?

Heizungsoptimierung

(Hydraulischer Abgleich, Optimierung Wärmepumpe, Einbau Flächenheizung etc.)

Veränderung der Gebäudehülle

(Dämmung, Fenstertausch, etc.)

Anlagentechnik

(KWL mit Wärmerückgewinnung, Energiemanager)

Austausch der Heiztechnik

Fachplanung und Baubegleitung

Energetische Sanierungsmaßnahmen

Energetische Sanierungsmaßnahmen umfassen alle Ein-, Umbau- und Optimierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle oder der Anlagentechnik des Gebäudes, die auf die Verringerung des Primärenergiebedarfs oder Transmissionsverlustes gerichtet sind. Energetische Sanierungsmaßnahmen sind unter anderem:

  • Die Wärmedämmung von Wänden, Geschossdecken und Dachflächen
  • Der Einbau und die Installation von Geräten zur digitalen Energieverbrauchsoptimierung
  • Die Erneuerung von Fenstern und Außentüren
  • Die Erneuerung der Heizungsanlage im Gebäude

Förderung eines Effizienzhaus-Standard in der Heizungsmodernisierung

Gefördert wird die energetische Sanierung von Wohngebäuden und Nicht-Wohngebäuden, wenn diese erstmals das energetische Niveau eines Effizienzhauses erreichen.

Hierbei sind technische Mindestanforderungen der Heizungsanlage einzuhalten. Die Förderung hierfür liegt bei bis zu 55% bei einem Förderhöchstbetrag von 150.000€. Auch bei der Modernisierung hin zum Effizienzhaus-Standard können sie von einem iSFP-Bonus in Höhe von 5% profitieren, wenn der individuelle Sanierungsfahrplan innerhalb eines Zeitraums von 15 Jahren vollständig umgesetzt wird. Der Gesamtinvest und die Maximalförderung sind hier höher als bei den Einzelmaßnahmen. Der Effizienzhaus-Standard ist demnach besonders attraktiv bei einer geplanten Komplettsanierung eines Gebäudes.

Für die Beantragung der Förderung ist ein Energieeffizienz-Experte einzubinden.

Arten von Effizienzhausstandards in der Modernisierung

  • Denkmal
  • Effizienzhaus (EH) 100
  • Effizienzhaus (EH) 70
  • Effizienzhaus (EH) 55
  • Effizienzhaus (EH) 40
Zusätzlich zu den einzelnen Stufen, kann ein EE-Standard erreicht werden. Diese erfordert die Bereitstellung von mindestens 55% der Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes durch erneuerbare Energien. Die Erzeuger dürfen allerdings erst im Zuge der Modernisierung installiert werden und zuvor nicht im Gebäude vorhanden sein.

Förderfähigkeit bei Effizienzhaus-Standards (Neubau und Modernisierung)

Die Förderfähigkeit von Bauvorhaben wird maßgeblich von dem Primärenergiebedarf und dem Transmissionswärmeverlust bestimmt. Der Primärenergiebedarf bezeichnet die Energiemenge, welche zur Deckung des gesamten Energiebedarfs benötigt wird. Dieser kann durch den Einbau zusätzlicher Komponenten wie beispielsweise Lüftungen oder Solarkollektoren optimiert werden, wodurch die Fördersicherheit sichergestellt werden kann.

Der Transmissionswärmeverlust beschreibt den Wärmeverlust durch wärmeübertragende Flächen (Fenster, Türen oder Dämmung) eines Gebäudes.

Förderung von Effizienzhaus-Standards im Neubau

Im Neubau wird pauschal keine Heizung als Einzelmaßnahme mehr gefördert. Gefördert wird der Neubau und der Ersterwerb neu errichteter energieeffizienter Wohngebäude oder Wohnungen, die das energetische Niveau eines Effizienzhauses und die technischen Mindestanforderungen der Anlage erreichen.

Förderfähig sind die gesamten gebäudebezogenen Investitionskosten. Für die Beantragung der Förderung und Begleitung der Maßnahme ist ein Enregieeffizienz-Experte einzubeziehen.

Durch den Erwerb verursachte Transaktionskosten (bspw. Kosten für den Grundstückserwerb) sind nicht förderfähig.

Im Neubau können folgende Effizienzhaus-Standards erreicht werden:

  • Effizienzhaus (EH) 55
  • Effizienzhaus (EH) 40
  • Effizienzhaus (EH) 40 Plus
Zusätzlich kann eine EE oder NH Stufe erreicht werden. Eine Effizienzhaus EE-Klasse erfordert mindestens 55% der Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes über erneuerbare Energien, NH-Klassen erfordern ein Nachhaltigkeitszertifikat. Eine Kombination der beiden Klassen ist nicht möglich.

FAQ zu Förderung Heizung

Zu den förderfähigen Kosten zählen die Anschaffung, die Montage und die Installation des Wärmeerzeugers, die Regelungstechnik, die Wärmeverteilung, Warmwasser- und Umfeldmaßnahmen aber auch die Demontage bzw. die Altgeräteentsorgung.

In den neuen BEG Programmen für Wohngebäude (WG) und Nichtwohngebäude (NWG) ist immer ein energieberater erforderlich. Im Programm BEG EM ist bei Einzelmaßnahmenan der Gebäudehülle ein Energieberater hinzuzuziehen. Bei einer reinen Heizungsmodernisierung oder -optimierung ist die Einbindung eines Energieberaters dagegen nicht erforderlich.

Auch für Wärmeerzeuger, die unter die Austauschpflicht fallen, kann eine Förderung beantragt werden.

Ab dem 02.01.2021 können die Zuschüsse nach BEG EM beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) online beantragt werden.

Ab dem 01.07.2021 kann die Kredit- und Zuschussförderung für Vollsanierungen und Neubauten nach dem Effizinzhaus-Standard bei der KfW beantragt werden. Bis dahin gelten weiterhin die entsprechenden Programme „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ der KfW.

Eine Kombination der BEG Zuschussförderung über das BAFA und einen KfW-Kredit für die selbe Maßnahme ist nicht möglich.

Neue Heizung nachhaltig planen und doppelt profitieren

Bei der Wahl einer konkreten Heizungslösung stehen dann sehr viele Möglichkeiten zu Auswahl: Der einfache Kesseltausch mit Umstieg auf eine Gas-Hybridheizung. Die Einbindung einer Solaranlage . Der Umstieg auf verschiedene Formen der Biomasse. Oder die Installation einer Wärmepumpe als beste Alternative zur Nutzung erneuerbarer Energie. Eine gut geplante Anlage können Sie lange nutzen. Wenn Sie auf den richtigen Energieträger setzen, genießen Sie dauerhaft niedrige Heizkosten. Dafür muss das Gesamtsystem auf das Gebäude und den Bedarf abgestimmt sein. Auch die Planung für Warmwasserbereitung muss nachhaltig sein.

Welche Lösung für Sie die Richtige ist und welche Fördermittel Sie beantragen können, hängt von zwei Faktoren ab: Von der Immobilie und von der Art und dem Zustand der aktuellen Installation!

Diese Faktoren berücksichtigt ein erfahrener Energieeffizienzexperte und spricht dann auf Basis konkreter Berechnungen seine Empfehlung für das optimale Maßnahmenpaket aus. Die Energieberatung ist verpflichtend, um überhaupt die Förderung für eine neue Heizung genehmigt zu bekommen. Der Energieberater unterstützt bei der komplexen Antragstellung und der Beschaffung der notwendigen Unterlagen und sollte unbedingt hinzugezogen werden.

Gut zu wissen: Beim Bosch Förderservice ist die Beratung durch einen Energieberater bereits enthalten.

Zum Bosch Förderservice