Die Wärmepumpe steht vor einem skandinavischem Haus.

Wärmepumpe Nachteile – Was steckt dahinter?

Mit einer Wärmepumpe beheizen Sie Ihr Zuhause effizient und günstig. Und doch werden Wärmepumpen verschiedene Nachteile, etwa in Bezug auf ihre Lautstärke, ihren Stromverbrauch und ihre Umweltfreundlichkeit nachgesagt. Aber stimmen diese überhaupt? Wir haben uns für Sie die vermeintlichen Nachteile genau angeschaut. Erfahren Sie bei Bosch mehr über Wärmepumpenheizungen!

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Ist die Lautstärke von Wärmepumpen ein Nachteil?

Nicht wirklich. Wärmepumpen wird oft eine erhebliche Geräuschentwicklung nachgesagt, die von Menschen als belastend empfunden werden kann. Richtig ist: Luftwärmepumpen sind hörbar, weil sie im Betrieb Außenluft ansaugen. Gegenüber den praktisch nicht hörbaren Erdwärme- und Grundwasserwärmepumpen sind Luftwärmepumpen damit im Nachteil. Mit 30 bis 60 Dezibel sind sie jedoch nicht viel lauter als haushaltsübliche Kühlgeräte. Durch die passende Wahl des Aufstellortes lässt sich Lärmbelastung zudem weiter minimieren.

Herkömmliche Luftwärmepumpen können in reiner Außenaufstellung eine Lautstärke von mehr als 60 Dezibel erreichen. Geräte in Innenaufstellung oder solche in Split-Bauweise sind teils deutlich leiser. Auch ein schallisolierter Aufstellungsort verringert die Lärmbelastung.

Erfahren Sie in unserem Ratgeber mehr zur Lautstärke einer Wärmepumpe.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe Compress 7400i AW ist neun Mal in Reihenhäusern installiert.
Besonders leise: Luft-Wasser-Wärmepumpe Compress 7400i AW von Bosch

Sollte Ihnen eine mögliche Lautstärke Sorgen bereiten, ist die Wärmepumpenheizung Compress 7400i AW von Bosch genau richtig für Sie. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe hält dank optimierter Bauweise Schallschutz-Vorgaben in Wohngebieten ein – im Nachtbetrieb erreicht sie maximal einen Schallleistungspegel von 48 dB. Das entspricht ungefähr einem laufenden Kühlschrank.

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Wie umweltfreundlich sind strombetriebene Wärmepumpen wirklich?

Die Umweltfreundlichkeit von Wärmepumpen ist ein großer Pluspunkt. Anstatt die benötigte Heizwärme aus einem fossilen Energieträger wie Öl oder Gas zu gewinnen, greift eine Wärmepumpe auf eine natürliche Wärmequelle zu – üblicherweise auf das Erdreich, das Grundwasser oder die Umgebungsluft. Doch eine Wärmepumpe ist auf den Einsatz von Strom angewiesen, um die Energie bereitzustellen. Von Nachteil ist, dass dadurch eine Abhängigkeit von öffentlichen Stromanbietern besteht. Es gibt jedoch die Möglichkeit, beim Betreiber spezielle Wärmepumpen-Stromtarife zu wesentlich günstigeren Konditionen für den Betrieb abzuschließen. Wird der Wärmepumpenstrom über einen separaten Stromzähler abgerechnet, ist er rund 20 Prozent günstiger als der übliche Haushaltsstrom. Das macht in der Regel einen Preisunterschied von circa 6 Cent pro Kilowattstunde aus.

Im Hinblick auf die Umweltfreundlichkeit ist ein Ökostromtarif die beste Wahl. Eine mit Ökostrom betriebene Wärmepumpe arbeitet praktisch CO2-neutral und belastet das Klima nicht. Doch auch, wer von seinem Energieversorger keinen reinen Ökostrom bezieht, nutzt heutzutage zu einem beträchtlichen Teil nachhaltig erzeugte Energie. 2020 stammte bereits über die Hälfte des in Deutschland produzierten Stroms aus erneuerbaren Energien, davon knapp 50 Prozent aus Windkraft an Land und auf See. Zudem ist Jahr für Jahr eine deutliche Steigerung erkennbar. Mit fortschreitender Energiewende und einem steigenden Ökostromanteil am Strommix werden Wärmepumpen somit automatisch immer umwelt- und klimafreundlicher.

Zusätzlich können Sie Ihre Wärmepumpe mit einer Photovoltaikanlage kombinieren und den selbst produzierten Solarstrom für den Einsatz Ihrer Wärmepumpe nutzen. Auch kann überschüssige Wärme mit einem Pufferspeicher gespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt bereitgestellt werden. Dadurch erhöht sich die Effizienz Ihrer Wärmepumpe. Entscheidend ist auch die Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe. Diese gibt an, wie das Verhältnis zwischen Stromverbrauch und Wärmeerzeugung im realen Betrieb ist. Je höher die JAZ ist, desto effizienter arbeitet die Wärmepumpe und desto niedriger ist ihr Stromverbrauch.

Ein Nachteil von Wärmepumpen sind die hohen Kosten

Die Kosten einer Wärmepumpe sind Vor- und Nachteil zugleich. Ihre Anschaffungskosten liegen im Vergleich zu einer herkömmlichen Gas- oder Ölheizung relativ hoch. Je nach eingesetzter Wärmepumpenart und abhängig vom Erschließungsaufwand betragen sie etwa 10.000 bis 25.000 Euro. Luftwärmepumpen sind dabei deutlich günstiger als Erdwärme- oder Grundwasserwärmepumpen. Die Anschaffung einer Öl- oder Gasheizung kostet hingegen rund 10.000 Euro. Jedoch können die Anschaffungskosten einer Wärmepumpe mithilfe staatlicher Förderung nochmals deutlich verringert werden. In dem Fall lohnt sich der Vergleich mit einer Gasheizung durchaus. Klar im Vorteil sind Wärmepumpen bei den Betriebskosten: Eine Gasheizung erzeugt Wärme zu einem Preis von rund 7 bis 14 Cent/kWh. Demgegenüber stehen bei einer Wärmepumpe Stromkosten von etwa 20 Cent/kWh (bei Nutzung eines günstigen Wärmepumpen-Stromtarifs). Jedoch stellt die Wärmepumpe mit jeder Kilowattstunde Strom mehrere Kilowattstunden Wärmeenergie bereit. Ab einer Jahresarbeitszahl von 3 weist eine Wärmepumpe in der Regel günstigere Betriebskosten als eine Öl- oder Gasheizung auf, denn sie gibt pro eingesetzter Kilowattstunde Strom drei oder mehr Kilowattstunden Wärmeenergie ab. Hinzu kommt, dass die Kosten für fossile Energie aufgrund der 2021 eingeführten CO2-Bepreisung weiter steigen werden.

Luftwärmepumpe
JAZ
3,8
Jährliche Betriebskosten mit Warmwasser
1053 EUR
Erdwärmepumpe (mit Erdsonde)
JAZ
4,6
Jährliche Betriebskosten mit Warmwasser
869 EUR
Wasser-Wasser-Wärmepumpe
JAZ
5
Jährliche Betriebskosten mit Warmwasser
800 EUR

* Angenommen werden ein durchschnittlicher Gesamtwärmebedarf von ca. 20.000 kWh pro Jahr sowie ein günstiger Wärmepumpen-Stromtarif (20 ct/kWh). Die JAZ der einzelnen Wärmepumpen-Arten sind Beispielwerte.

Vernachlässigbar ist der Wartungsaufwand von Wärmepumpen: Es genügt üblicherweise eine jährliche Wartung (rund 150 Euro).


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Sind Wärmepumpen in Altbauten im Nachteil?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe Compress 7000i AW ist in einem Altbau installiert.

Nicht unbedingt. Ob eine Wärmepumpe im Altbau im Nachteil ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, beispielsweise:

  • Wärmebedarf des Gebäudes, welcher wiederum maßgeblich von der Qualität der Wärmedämmung abhängt. Je weniger Wärme über Fassade, Türen und Fenster sowie das Dach verloren geht, desto weniger Wärme wird im Gegenzug benötigt, um die gewünschte Temperatur in den Innenräumen zu erzeugen. Je besser das Gebäude gedämmt ist, desto effizienter kann die Wärmepumpe arbeiten. Gegebenenfalls ist im Vorfeld eine Sanierung nötig.
  • Auch ein effizientes Heizungssystem mit modernen Platten- oder Niedertemperatur-Heizkörpern wie zum Beispiel Fußbodenheizungen senkt den Wärmebedarf. Denn diese arbeiten mit vergleichsweise niedrigen Vorlauftemperaturen, welche die Wärmepumpe entlasten.

Aber nicht alle Wärmepumpen-Arten sind für den Einsatz in Altbauten geeignet. Vor allem Erdwärme- und Grundwasserwärmepumpen sind im Nachteil, weil ihre Errichtung Erdbohrungen zur Erschließung der jeweiligen Wärmequelle voraussetzt. Luftwärmepumpen können hingegen fast überall eingesetzt werden, setzen jedoch eine besonders niedrige Vorlauftemperatur sowie eine besonders gute Wärmedämmung voraus.

Sind Sie grundsätzlich auf der Suche nach Tipps, wie Sie ihre Heizkosten senken können? Egal, ob Sie in einer Mietwohnung wohnen oder im Eigenheim: In unserem Ratgeber für sparsames Heizen erfahren Sie, wie Sie ganz einfach Ihre Heizkosten reduzieren und zusätzlich Energie einsparen können.

Örtliche Voraussetzungen und Genehmigungen beeinflussen die Installation von Wärmepumpen

Wärmepumpen sind abhängig von individuellen Gegebenheiten vor Ort wie benötigter Platzbedarf, Erschließungskosten oder notwendigen Genehmigungen für Bohrungen. Diese vermeintlichen Nachteile sind jedoch unumgänglich, damit die entsprechende Wärmepumpentechnik einwandfrei zum Einsatz kommt. Je nach Art der Wärmepumpe, Gebäudestandard und örtlichen Faktoren wie schwankenden Außentemperaturen können die Effizienz und der Stromverbrauch einer Wärmepumpe stark variieren.

Bosch Installateurin recherchiert über die örtlichen Voraussetzungen für die Installation einer Wärmepumpe

Bei Sole-Wasser-Wärmepumpen ist eine Genehmigung erforderlich für die Tiefbohrung von Erdkollektoren bzw. Erdsonden und Sie müssen mit zusätzlichen Erschließungskosten rechnen. Die Bodenbeschaffenheit und Bohrtiefe spielen eine wichtige Rolle für die Wirksamkeit einer Erdwärmepumpe. Auch bei Wasser-Wasser-Wärmepumpen müssen Sie der Bewilligungspflicht für Bohrungen zum Gewässerschutz nachkommen. Ferner sollte die Qualität des Grundwassers gewährleistet sein. Ebenfalls bestimmen die Brunnentiefe und Wassermenge die Arbeitsweise einer Grundwasserwärmepumpe.

Ein Nachteil von Luft-Wasser-Wärmepumpen gegenüber Erdwärme- oder Grundwasserwärmepumpen ist ihre Abhängigkeit von der Außentemperatur. Denn je wärmer die Umgebungsluft ist, desto mehr Wärme kann ihr entzogen und zum Heizen verwendet werden. Die Wärmepumpen-Außeneinheit ist ganzjährig den Witterungsverhältnissen ausgesetzt, eventuell ist eine Bewilligung für die Außenaufstellung erforderlich. Effizientes Heizen mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe funktioniert dennoch bis zu einer Außentemperatur von minus 20 °C bis plus 35 °C. Dabei gilt: Je niedriger die Außentemperatur, umso geringer ist der Wirkungsgrad der Luftwärmepumpe und umso mehr Strom benötigt sie, um die gewünschte Wärmemenge bereitzustellen. Gegebenenfalls kann es sinnvoll sein, Luftwärmepumpen durch einen elektrischen Heizstab oder mit einem Brennwertkessel für Gas zu ergänzen, der bei niedrigen Temperaturen zusätzliche Wärme liefert. Auf diese Weise verhindern Sie, dass die Wärmepumpe unter Spitzenlast zu hohe Stromkosten verursacht bei anhaltendem Frost im Winter.

Fazit: Gute Planung ist das Wesentliche bei einer Wärmepumpe

Wärmepumpenheizungen weisen gegenüber herkömmlichen Gas- und Ölheizungen zahlreiche Vorteile auf. Dazu zählen unter anderem niedrige Betriebs- und Wartungskosten, eine hohe staatliche Förderung und ihre Umwelt- und Klimafreundlichkeit.

Mehr zum Thema Was ist eine Wärmepumpe erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Damit die Wärmepumpe möglichst effizient und sparsam arbeitet, ist eine gute Planung und Auslegung des Heizsystems erforderlich. Wenden Sie sich dazu an einen Bosch Fachbetrieb, um die genaue Vorgehensweise zu besprechen und das passende Gerät für Ihr Haus zu finden.

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FAQ zum Thema Wärmepumpe Nachteile

Wann macht eine Wärmepumpe keinen Sinn?

Der Einsatz einer Wärmepumpe ist nicht sinnvoll, wenn eine schlechte Gebäudedämmung im Altbau besteht und die verbauten Heizkörper durch zu kleine Flächen keine niedrigen Vorlauftemperaturen bis maximal 50 Grad ermöglichen. In diesem Fall ist eine Sanierung des bestehenden Heizsystems und der Gebäudehülle im Vorfeld ratsam, um eine effiziente Arbeitsweise der Wärmepumpe mit niedrigen Betriebskosten sicherzustellen.

Spricht der Stromverbrauch gegen eine Wärmepumpe?

Wärmepumpen können nur dann zu vermeintlichen “Stromfressern” werden, wenn der Wärmebedarf des Gebäudes zu hoch ist und das Heizsystem ohne Flächenheizkörper und Fußbodenheizung ausgestattet ist, die niedrige Vorlauftemperaturen ermöglichen. Luftwärmepumpen sind zudem von schwankenden Außentemperaturen abhängig und verbrauchen daher im Winter mehr Strom. Bei richtiger Auslegung der Wärmepumpe heizen Sie auf das Jahr gesehen mit vergleichsweise niedrigen Betriebskosten. Außerdem wird als Antriebsenergie der Wärmepumpe lediglich ein Viertel Strom genutzt und drei Viertel Umweltwärme.

Wie wirkt sich die Aufstellungsweise einer Luftwärmepumpe auf deren Effizienz aus?

Die Aufstellungsweise einer Luftwärmepumpe, also ob sie als Gerät in reiner Innen- oder Außenaufstellung oder als Split-Wärmepumpe realisiert wird, hat keinen Einfluss auf ihre Effizienz. Der Aufstellungsort sollte vielmehr vom Platzbedarf, den Kosten und der Geräuschentwicklung abhängig gemacht werden.

Was sind die Nachteile von Sole-Wasser- bzw. Wasser-Wasser-Wärmepumpen?

Vor allem die vergleichsweise hohen Erschließungskosten werden bei Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen oft als Nachteil genannt. Dafür sind jedoch die Betriebskosten äußerst gering, und Sie profitieren bei beiden von attraktiven staatlichen Förderungen. Beachten Sie auch: Für die aufwendigen Erdarbeiten zur Erschließung der Erdwärme bzw. für den Brunnenbau sind besondere Genehmigungen erforderlich.