Klimapaket: Auswirkungen auf Heizung und Haus

Ölheizung, Gasheizung und regenerative Energien - wir informieren.

Stand: 29.11.2019

Die Bundesregierung hat das Klimapaket gestrickt und der deutsche Bundestag hat dieses zum 15. November 2019 angenommen. Wie sich das Klimapaket und dessen Maßnahmen anschließend in die Praxis ableiten, wird nun von den Fachgremien ausgearbeitet. Die gesetzlichen Maßnahmen für die Praxis sollen - laut Maßnahmenplan - noch in diesem Jahr festgesetzt und verabschiedet werden. Sollte der Bundesrat das gesamte Klimapaket jedoch nachverhandeln wollen, kann dies Verzögerungen im Zeitplan der Bundesregierung bedeuten. Die Bundesregierung hofft jedoch Teile des Klimapakets bereits ab Anfang 2020 einführen zu können. Offen ist natürlich noch, was genau Hausbesitzer oder Heizungsmodernisierer zu erwarten haben.

Dennoch ist zu erkennen, dass im Zuge des Klimaschutzgesetz regenerative Energien stärker gefördert werden und gleichzeitig gesetzliche Vorgaben z.B. für den Kauf von Ölheizungen verschärft werden sollen. Daher lässt sich festhalten: die Investition in eine neue Heizung lohnt sich mehr denn je.

Wir informieren Sie über das Klimapaket und geben Ihnen eine erste Orientierung für Haus und Heizung.

Ziele des Klimapakets

Die Bundesregierung hat das sogenannte Klimapaket als Eckpunktepapier auf den Weg gebracht. Das oberste Ziel ist die Klimaneutralität bis 2050. Darin enthalten ist vor allem die Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 1,5 °C bis 2 °C gegenüber dem vorindustriellen Zeitraum. Das bedeutet, Deutschland setzt ab sofort und hoch priorisiert den Fokus auf die CO2 Reduzierung in allen Sektoren, u.a. Gebäude. Konkret heißt das, eine Reduzierung des Treibhausgasausstoßes bis 2030 um 55 Prozent! Basis für diese Umsetzung ist daher das Klimaschutzgesetz (KSG). Es durchläuft zurzeit (Stand: Nov. 2019) die Fachministerien und den Bundesrat. Die Verabschiedung des Klimaschutzgesetz ist für Anfang 2020 geplant.

Gebäude als wesentlicher Hebel im Klimapaket

In der EU verursacht der Gebäudesektor in etwa 36% der CO2 Emissionen, wovon der größte Teil auf Raumwärme und Warmwasserbereitung entfällt. Um im Jahr 2050 einen nahezu klimaneutralen Gebäudesektor erreichen zu können, müssen bereits jetzt die hierfür erforderlichen Weichen gestellt werden. Es ist insbesondere erforderlich, den Energiebedarf der Gebäude zu reduzieren und die eingesetzten Energieträger von fossilen Energiequellen unabhängig zu machen.

Klimpaket Heizung

Im Sektor Gebäude liegt die CO2-Einsparung vor allem bei Heizungen nahe, da inbesondere durch den Heizungstausch eine enorme CO2 Reduzierung erzielt werden kann, was wiederum auf die Klimaziele einzahlt. Klimafreundliche Heiztechniken sollen verstärkt gefördert werden. Dass die Bundesregierung verstärkt den Einsatz von regenerativen Energien unterstützt, zeigt auch die Entscheidung zum zukünftigen Preisaufschlag pro freigesetzter Tonne CO2 für fossile Energieträger . Erneuerbare Energien, wie Wärmepumpe oder Gas-Brennwertheizung in Kombination mit Solarthermie, zur Wärmegewinnung können sich wiederum über ordentliche Zuschüsse freuen, so die aktuelle Ausgangslage.

Auswirkungen des Klimapakets auf Haus und Heizung

Hausbesitzer müssen nicht befürchten, sofortige Maßnahmen wie einen Heizungstausch, bessere Fenster- oder gar Hausdämmung umsetzen zu müssen. Wie bereits beschrieben, werden erneuerbare Energien wie Wärmepumpe oder Gas-Brennwert-Solar-Kombinationen bevorzugt. Über den Zeitverlauf werden die Preise für fossile Brennstoffe sicher noch teurer. Demnach sollten ineffiziente Heizungen auch in Hinblick auf die langfristige Kosteneinsparung so früh wie möglich in Betracht gezogen werden.

Neu: die geplante, steuerliche Abschreibung von energetischen Maßnahmen in Höhe von 20 Prozent der Sanierungskosten speziell für Eigenheimbesitzer wurde vom Bundesrat nicht gebilligt. Nun entscheidet sich nach einer Nachbesserung, was für deutsche Heizungsbesitzer steuerlich möglich ist.

Bedeutet das Klimapaket das Aus für Öl- und Gasheizung?

Bis 2025 wird es vorerst kein Verbot von Öl-und Gasheizungen geben. Der Einbau von Öl- oder Gas-Brennwertgeräten ist bis 2025 weiterhin möglich. Ab 2026 steigen die Anforderungen für den Einbau bei Ölheizungen enorm, sodass diese nur noch als Hybridlösung, d.h. die Kombination aus effizientem Ölkessel und regenerativen Energien wie Solarthermie oder einer Wärmepumpe eingebaut werden dürfen. Das ermöglicht, auch schwach gedämmte Bestandsgebäude ohne Gasanschluss auf eine neue Effizienzstufe zu bringen und ist beispielsweise weiterhin eine Lösung für den ländlichen Raum.

In Hinblick auf die Klimaziele 2030 ist jedoch angedacht, ein Verbot für den Einsatz von Ölheizungen zu verhängen.

Klimapaket Gasheizung: Alternative zur Ölheizung?

Da die Anschaffung einer Ölheizung (ausgenommen in Kombination mit erneuerbare Energien) durch das Klimaschutzgesetz fortan strengen gesetzlichen Vorgaben unterliegt, sind Gasheizungen weiterhin eine gute Alternative, die auch gefördert werden. Aber auch hier: Hybridlösung werden bevorzugt! Eine Gasheizung in Verbindung mit erneuerbaren Energien wie Solarthermie gelten als gut geförderte Alternative. Aber Achtung: diese Kombilösung ist laut der Bundesregierung nur eine Option, sollte sich eine Komplettumstellung auf erneuerbare Wärme aus technischen Gründen nicht anbieten. Für einen zukunftssicheren Austausch oder bei Neubauten ist wiederum die Wärmepumpe eine klimafreundliche Lösung.

Förderung für Heizung im Klimapaket

Der aktuelle Entwurf sieht für den reinen Austausch einer alten Heizung gegen eine neue Öl- oder Gas-Brennwertheizung ab 2020 keine Zuschüsse mehr vor. Die Förderbeträge für Einzelmaßnahmen wie der Tausch einer Heizung sollen zwar um ca. 10 Prozent erhöht werden, jedoch bei gleichzeitig verschärften Förderbedingungen wie z.B. die verpflichtende Vorbereitung auf regenerative Energien, Heizungsoptimierungsmaßnahmen oder Einbindung von regenerativen Energien. Wer künftig Förderungen in Anspruch nehmen möchte, wird somit mehr Geld in die Heizungserneuerung investieren müssen. Laut Plänen der Bundesregierung soll - in starker Abhängigkeit der Technologie - die "Austauschprämie" beim Umstieg auf eine saubere Alternative 40 Prozent der Kosten umfassen. Für den Austausch einer Ölheizung wird sogar von einer Prämie i.H.v. 10 Prozent gesprochen.

Eine Verabschiedung im Bundestag und teilweise auch im Bundesrat steht aus, sodass Änderungen der Inhalte weiterhin möglich sind.

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