Der Energiemanager

Mehr Solarstrom im Smart Home nutzen
Berufswunsch: Die Welt verbessern

Als Martin Weiss mit seinem Studium der technischen Kybernetik fertig war, suchte er nicht bloß nach einem Job – er suchte nach einer Arbeit, die Sinn macht. Wie wird man diesem Anspruch gerecht? Für Weiss war die Antwort klar: Er wollte dafür sorgen, dass die Ressourcen auf unserem Planeten geschont werden. Als Projektleiter bei Bosch ist der 38 Jahre alte Vater von drei Jungs diesem Ziel inzwischen ein großes Stück nähergekommen. Zusammen mit seinen Kollegen hat er den sogenannten Energiemanager entwickelt. Die Software löst ein Problem, vor dem viele Besitzer von privaten Photovoltaikanlagen stehen: Sobald die Sonne scheint, erzeugt die Anlage deutlich mehr Solarstrom, als im Haus benötigt wird. Der Überschuss fließt deshalb ins öffentliche Stromnetz. Der Energiemanager macht diesen überschüssigen Strom hingegen nutzbar, indem er ihn automatisch an andere Energieverbraucher im Gebäude weiterleitet, die noch Energie aufnehmen oder speichern können.

So funktioniert der neue Energiemanager von Bosch
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„Unser Ziel: Privathaushalte sollen ihren selbstproduzierten Solarstrom direkt nutzen können. Dafür haben wir eine Software entwickelt.“

Martin Weiss, Projektleiter des Bosch Energiemanagers

Das Ziel: Ein Energie-Hub fürs vernetzte Zuhause

Der Energiemanager steckt im Bosch Smart Home Controller, einem etwa handtellergroßen Kasten. Über das Netzwerk ist er mit der Photovoltaikanlage verbunden. Seine Aufgabe ist es, den Solarstrom im Smart Home intelligent und automatisch zu verteilen. Höchste Priorität haben dabei die Hausgeräte. Wenn sie mit genügend Strom versorgt sind, fließt die Energie in die Wärmepumpe; mit dem Rest wird dann der Batteriespeicher befüllt.

„Durch den Energiemanager können Eigentümer von Smart Homes jährlich bis zu 50 Prozent ihres Energiebedarfs mit selbst produziertem Strom decken“, sagt Weiss. Mit einem Batteriespeicher steigt der Anteil sogar auf bis zu 70 Prozent. Künftig will Bosch den Energiemanager zum zentralen Energie-Hub im vernetzten Zuhause machen. Martin Weiss und sein Team arbeiten beispielsweise an einer Funktion, mit der Solarstrom zum Aufladen von Elektroautos in der heimischen Garage genutzt werden kann.

Über das Hausnetz kommuniziert der Energiemanager mit smarten Geräten, zum Beispiel mit der hier gezeigten Inneneinheit einer Wärmepumpe.

Energiemanagement im Smart Home: Erst wenn die Geräte im eigenen Smart Home versorgt sind, fließt überflüssiger Solarstrom hinaus in das öffentliche Netz.

Bis zu 70 Prozent des Energiebedarfs im Smart Home können mit Solarstrom gedeckt werden (bei Vierpersonenhaushalt mit PV-Anlage von 6 kWpeak Leistung und 8 kWh Batteriespeicher).

Von den Grundlagen bis zum fertigen Produkt

An dem cleveren Energiemanager hat Martin Weiss lange gearbeitet. Seine Suche nach einem sinnvollen Job führte ihn mit 26 Jahren zunächst als Doktorand nach Schwieberdingen, in die Energieforschung von Bosch. Neun Jahre später wechselte er ins Start-up Bosch Power Tec, wo damals an Speicherlösungen für Photovoltaikanlagen gearbeitet wurde.

Dort entwickelte er zusammen mit seinen Kollegen eine frühe Version des Energiemanagementsystems. Seit 2016 wird der Energiemanager bei Bosch Thermotechnik am Standort Wernau nahe Stuttgart weiterentwickelt.

„Bei Bosch habe ich viel Gestaltungsspielraum. Als Projektleiter entscheide ich zusammen mit meinem Team, wie wir Produkte weiterentwickeln und unsere Ideen umsetzen.“

Martin Weiss, Projektleiter des Bosch Energiemanagers

Projektleiter Martin Weiss (links) während eines Meetings mit seinen Kollegen Marius Schmitz (Mitte) und Tobias Grupe. Insgesamt arbeiten sieben Personen im Team.

Martin Weiss (rechts) mit seinem Kollegen Stefan Klüpfel. Nicht nur am Tischkicker, auch bei der Entwicklung des Energiemanagers ist Teamwork alles.

Willkommen in „Silicon Wernau“

„Silicon Wernau“ nennen viele Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz, in Anlehnung an den kalifornischen Hightech-Standort Silicon Valley. Zwischen Wohlfühlsofas und Tischkickern findet Weiss ein kreatives Umfeld. „Ich kann vom Bürostuhl zur Couch wechseln und den Kopf frei bekommen für neue Impulse“, sagt er. Die Gründer-Mentalität drückt sich aber nicht nur durch hippes Interieur aus, sondern auch durch eine moderne Arbeitsweise: Im sechsköpfigen Team von Martin Weiss hat jedes Mitglied viel Eigenverantwortung. „Meine Aufgabe ist es vor allem, dem Projektteam Hindernisse aus dem Weg zu räumen“, erzählt Weiss.

An seinem Job als Projektleiter schätzt er außerdem die vielen Gestaltungsmöglichkeiten: „Ich kann die grundsätzlichen Entscheidungen beeinflussen und gemeinsam mit dem Team festlegen, wohin wir das Produkt weiterentwickeln.“ Nicht bloß ein Job, sondern eine Arbeit, die Sinn macht: Martin Weiss ist seinem Anspruch gerecht geworden. Sonst hätte er dem Energiemanager wohl kaum einen festen Platz im eigenen Zuhause eingeräumt. Im Technikraum von Familie Weiss hängt ein Prototyp, der als Testobjekt dient. Das Fazit von Martin Weiss: Die smarte Software hat sich im Alltag bewährt – und sorgt dafür, dass Ressourcen geschont werden.

Dr. Martin Weiss, Projektleiter des Bosch Energiemanagers
„Durch meinen Job arbeite ich täglich auf der Sonnenseite. Von meiner Software profitieren viele Menschen – und auch die Umwelt.“

Viele Gestaltungsmöglichkeiten und die Entwicklung eines ressourcenschonenden Produkts – diese Aspekte schätzt Martin Weiss an seiner Arbeit am meisten.

Martin Weiss hat bei seiner Arbeit Gleichgesinnte gefunden: „Jeder aus dem Team will die Solarenergie voranbringen und mithelfen, dass wir von fossilen Brennstoffen unabhängiger werden.“ Bei Bosch konnte er in einzelnen Etappen, vom Berufseinsteiger bis zum Projektleiter, die Entwicklung einer echten Innovation vorantreiben. Seine Freizeit verbringt Martin Weiss am liebsten mit der Familie, auf dem Motorrad und beim Basteln an der eigenen Hausautomation.

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