EEG Umlage: Wie wird grüner Strom finanziert?

Der Klimawandel durch CO2-Emissionen ist ein zwingender Grund, die Stromerzeugung auf erneuerbare Energie umzustellen. In Deutschland spielt die EEG-Umlage eine wichtige Rolle, um die Energiewende voranzutreiben. Lesen Sie hier, wie dieses Instrument funktioniert und warum es als Erfolg gilt.

Großer Einzelposten im Strompreis

Die EEG-Umlage beträgt aktuell 6,4 Cent pro kWh Strom. Die Entwicklung der Höhe der Umlagekosten war zunächst steigend. Seit 2017 sinkt sie zum ersten Mal seit ihrer Einführung. Unter den Steuern und Abgaben, die in Deutschland die Hälfte des Strompreises bilden, ist die EEG-Umlage ist der größte Einzelposten. Ein durchschnittlicher Haushalt zahlt dafür rund 250 Euro im Jahr.

Die EEG-Umlage ist das wichtigste Finanzierungselement für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Damit ist sie ein zentrales Instrument für die Umsetzung der Energiewende. Sie ermöglicht Anreize für die Investition in erneuerbare Energien und gleichzeitig für mehr Effizienz beim Stromverbrauch.

Einnahmen der EEG-Umlage finanzieren die Einspeisevergütung für Strom aus Solarenergie, Wind und anderen Arten erneuerbarer Energie. Wer Photovoltaikanlage oder Windkraftanlage betreibt, speist Strom ins Netz ein und erhält dafür vom Netzbetreiber eine staatlich festgelegte beziehungsweise aktuell durch Ausschreibungen marktorientiert ermittelte Vergütung.

Die Stromanbieter verkaufen den Strom an der Strombörse weiter. Dabei liegt der erzielbare Preis allerdings weit unter der Einspeisevergütung. Die Differenz decken Einnahmen aus der EEG-Umlage.

Erfolgsmodell mit kritischen Stimmen

Insgesamt gilt die EEG-Umlage als Erfolgsmodell. Sie hat den Umbau des Stromsektors beschleunigt und neue Wirtschaftszweige mit vielen Arbeitsplätzen entstehen lassen. Es gibt allerdings auch Kritik. Vor allem die Erhöhung des Strompreises, die zu großen Teilen der EEG-Umlage zugeschrieben wird, hat eine breite Debatte ausgelöst.

Private Solaranlagen, BHKWs und andere Kleinerzeuger dienen in hohem Maß der Eigenversorgung. Nur nicht genutzte Überschüsse gelangen ins Netz. Seit 2014 ist allerdings auch auf den Eigenverbrauch die EEG-Umlage fällig. Diese strittige Regelung hat ebenfalls Kritik auf sich gezogen. Mit Entscheidung auf EU-Ebene ist zukünftig die Möglichkeit vorgesehen, den Eigenverbrauch anteilig von der EEG-Umlage befreien zu lassen.

Ausnahmen für Unternehmen

Auch die Ausnahmen bei der EEG-Umlage für Unternehmen stehen oft in der Kritik. In vielen Fällen sind diese nachvollziehbar. So ist die energieintensive Industrie wichtig für den Standort Deutschland und als Arbeitgeber von hoher, gesellschaftlicher Bedeutung. Hohe Energiepreise schwächen die Industrie massiv in ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Die Ausnahmeregelungen sind daher von positiver Wirkung für den gesamten Wirtschaftsstandort. Doch die Begründung von Ausnahmen ist nicht in jedem Einzelfall so leicht verständlich zu machen.

Die Motivation zum Energiesparen wirkt allerdings auch mit der Ausnahme.

Denn die Befreiung von der EEG-Umlage ist an strikte Vorgaben für die Erhöhung der Energieeffizienz gekoppelt. So ist die Befreiung zum Beispiel nur mit Einführung eines modernen Energiemanagementsystems zur Verbrauchsoptimierung verfügbar.

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