Niedrigenergiehaus – minimaler Energiebedarf, maximaler Komfort

Den Traum vom Eigenheim zu realisieren kostet viel Geld! Doch wer bereits in der Planungs- und Bauphase die richtigen Weichen stellt, kann sich beim Thema Energiekosten künftig ganz entspannt zurücklehnen. Möglich wird dies durch den Bau oder Ausbau zum Niedrigenergiehaus.

Was ist ein Niedrigenergiehaus?

In Deutschland gibt es Millionen alter Immobilien, die mit nicht mehr zeitgemäßen Heizungen ausgestattet sind. Das kostet Eigenheimbesitzer nicht nur sehr viel Geld, sondern ist auch aus ökologischer Sicht eine Belastung für Umwelt und Mensch. Aus diesen Gründen hat der Gesetzgeber die Vorschriften für das energieeffiziente Bauen in den letzten Jahren schrittweise verschärft. Spätestens mit der Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) war der Begriff Niedrigenergiehaus in aller Munde. Denn seitdem müssen Neubauten strengere Standards erfüllen, damit sich die Betriebskosten für Heizung und Warmwasser möglichst in Grenzen halten.

Obwohl der Begriff Niedrigenergiehaus recht populär geworden ist, lässt er sich nur schwer definieren. Dass liegt unter anderem daran, dass es für energiesparende Neu- und Bestandsbauten in Deutschland ganz unterschiedliche Konzepte gibt.

Zudem ist die Energieeinsparverordnung nicht statisch – die gesetzlichen Vorgaben für sparsame Häuser werden sich in den nächsten Jahren weiter verschärfen. Die letzte EnEV-Novellierung stammt aus dem Jahr 2014 und ist seit 2016 gültig.

Ein Niedrigenergiehaus sollte die ohnehin schon strikten gesetzlichen Vorgaben beim Energiebedarf um circa 25 Prozent unterschreiten. Das ist nur mit einer sehr guten Außendämmung und einer Heizungsanlage möglich, die unter Nutzung regenerativer Energien arbeitet – beispielsweise mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe. Da es aber auch hier Unterschiede gibt, hat die Kreditanstalt für Wiederaufbau verschiedene Effizienzklassen für Gebäude definiert: Das KfW-Effizienzhaus war geboren!

Was heißt eigentlich energieeffizient bauen?

Energieeffizient bauen oder sanieren ist nur durch den Einsatz moderner Heiztechnik und effektiver Dämmmaterialien möglich. Wenn Sie diese Aspekte bei einem Neubau oder einer Sanierung berücksichtigen, können Sie von der KfW-Bankengruppe Fördergelder für Ihr Projekt erhalten. Bei einem Neubau fördert sie das KfW-Effizienzhaus 40 Plus, 40 und 55, die allesamt zu den Niedrigenergiehäusern zählen. Die Zahlen drücken dabei den Unterschied zu einem EnEV-Referenzprojekt aus. So verbraucht ein KfW-Effizienzhaus 55 nur 55 Prozent der Energie eines Objekts, welches den aktuell gültigen EnEV-Vorschriften genügt. Die Energieeinsparung liegt also bei 45 Prozent.

Das Niedrigenergiehaus ist aber nicht nur im Neubau realisierbar, auch Bestandsbauten können durch eine – zugegebenermaßen sehr umfangreiche – Renovierung zum KfW-Effizienzhaus werden. Hier gelten allerdings andere Kennzahlen: Ein Haus, das auf den Standard KfW 100 optimiert wird, hat folgerichtig den gleichen Energieverbrauch wie ein Niedrigenergiehaus nach EnEV-Standard.

Doch welche Umbaumaßnahmen wären bei einer KfW-100-Sanierung notwendig? Dazu gehören neben Fenstern mit Dreifachverglasung auch eine Fassadendämmung mit mindestens 28 Zentimetern Dicke. Dach und Kellerdecke müssen ebenfalls eine adäquate Isolierung aufweisen. Schlussendlich sorgt eine neue Erdwärmepumpe für die absolute Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen.

Noch einen Schritt weiter geht übrigens das Passivhaus oder das Plusenergiehaus, welches es mittlerweile sogar als Fertighaus gibt: Der Energiebedarf eines Passivhauses ist ganz ohne klassische Heizsysteme abgedeckt. Stattdessen kommen hier Solaranlagen und Abwärmekonzepte zum Einsatz. Ein Plusenergiehaus stellt sogar ein eigenes kleines "Kraftwerk" dar und produziert energetische Überschüsse – beispielsweise aus einer großflächig dimensionierten Fotovoltaikanlage.

Ob Neubau oder Modernisierung – um Ihr Haus zum Niedrigenergiehaus umzugestalten, bedarf es in jedem Fall der Hilfe eines kompetenten Fachmanns. Sprechen Sie hierzu am besten mit einem Energieberater vor Ort oder kontaktieren Sie einen Heizungsexperten aus Ihrer Region .

Finden Sie hier alle Informationen zu unseren Wärmeerzeugern

Mehr erfahren