Einen Gasanschluss legen lassen: Beantragung und Kosten

Ein Erdgasanschluss ist in vielen Regionen Deutschlands verfügbar. Sollten Sie an einem Gasanschluss interessiert sein, dann finden Sie hier zahlreiche Infos, wie Sie die Verfügbarkeit für einen Gashausanschluss prüfen können, was ein Gasanschluss kostet und wann eine Förderung möglich ist. Außerdem zeigen wir Ihnen, wie Sie einen Gasanschluss beantragen, welche Bauarbeiten bei einer Gasleitung anstehen und wie Sie die Kosten für einen Erdgasanschluss reduzieren können.

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Für Schnellleser: Das Wichtigste zum Gasanschluss im Überblick

  • Mit einer Leitungsauskunft lässt sich feststellen, ob ein Hausanschluss verfügbar ist.
  • Beantragen können Sie einen Gasanschluss direkt online bei Ihrem Gasnetzbetreiber.
  • Die Kosten eines Erdgasanschlusses hängen vorrangig von der Länge der Gasleitung ab.
  • Förderfähig ist ein Gasanschluss in Verbindung mit einer Gas-Hybridheizung.
  • Ein Flüssiggastank ist baulich und preislich eine Alternative zu einem Gasanschluss.
  • Das Recht auf einen Erdgasanschluss besteht nicht.

Wissenswertes zu einem Gashausanschluss

Gasanschlüsse in Deutschland werden bundesweit über den jeweiligen Gasnetzbetreiber vor Ort organisiert und verwaltet. Das betrifft sowohl ländliche Gegenden als auch Großstädte wie Berlin, Hamburg, Köln oder Stuttgart. Die örtlichen Stadtwerke bzw. der jeweilige Gasnetzbetreiber sind bei folgenden Vorhaben die richtigen Ansprechpartner:

  • Sie benötigen Informationen zu einem neuen Gashausanschluss.
  • Sie wünschen die Nachrüstung eines Gasanschlusses und nachträgliche Verlegung einer Gasleitung.
  • Sie wollen den Gasanschluss Ihres Einfamilienhauses nicht mehr nutzen und eine Stilllegung beantragen.

Ein verbrieftes Recht auf einen Gasanschluss besteht nicht. Der Gasnetzbetreiber kann Ihren Antrag auf einen Erdgasanschluss ablehnen, wenn es wirtschaftlich nicht abzubilden ist und kein Verteilnetz in der Nähe Ihres Hauses liegt. In diesem Fall haben Sie jedoch noch die Alternative, einen Flüssiggastank zu installieren.

Wie ist ein Gasanschluss aufgebaut?

Der Erdgasanschluss stellt eine Verbindung vom öffentlichen Gasnetz in Ihrer Straße zur Gasheizung in Ihrem Haus her. Hierzu wird ein individueller Abzweig eingerichtet und eine Gasleitung unterirdisch bis zu Ihrem Haus verlegt und per Gebäudeeinführung ins Haus geführt. Innerhalb des Gebäudes besteht der Hausanschluss aus wenigen Metern Gasleitung, der Hauptabsperreinrichtung (Gashaupthahn) sowie dem Gaszähler und Gasdruckregler. An diesem Punkt endet die Zuständigkeit für den Gasnetzbetreiber, d.h. für alle weiteren Installationen sind Sie als Eigentümer verantwortlich. Als Kennzeichnung im Haus wird die Gasleitung häufig gelb gestrichen.

Infografik zum Funktionsprinzip eines Gasanschlusses

Oftmals bietet es sich an, weitere Hausanschlüsse (für Strom, Telefon und Wasser) zusammen mit einem Gasanschluss zu beantragen und gleichzeitig verlegen zu lassen, um so Kosten und baulichen Aufwand zu reduzieren.

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Wie lässt sich die Verfügbarkeit eines Gasanschlusses prüfen?

Der Installateur kommt zur Überprüfung des Gasanschlusses

Ob ein Gasanschluss bei Ihnen möglich und verfügbar ist, können Sie direkt bei Ihrem örtlichen Gasnetzbetreiber in Erfahrung bringen. Viele Betreiber haben hierfür ein spezielles Onlineformular, mit dem Sie eine entsprechende „Leitungsauskunft“ für Ihr Grundstück und Ihre Immobilie einholen können. Neben der Verfügbarkeit eines Gasanschlusses erhalten Sie auch eine Auskunft darüber, wieviel Meter Gasleitung verlegt werden müssen. Die Länge der Gasleitung bestimmt vorrangig die Kosten des Erdgasanschlusses.

Zu prüfen, ob ein Gasanschluss möglich und vorhanden ist, sollte in der Regel ein kostenfreier Service Ihres Gasnetzbetreibers sein.

Wo und wie lässt sich ein Erdgasanschluss beantragen?

Einen Gasanschluss beantragen Sie direkt bei Ihrem örtlichen Gasnetzbetreiber. Das Verfahren funktioniert ähnlich wie das Prüfen der Verfügbarkeit mit Hilfe eines Onlineformulars. Die wichtigsten Schritte haben wir Ihnen hier zusammengestellt:

  • Um einen Erdgasanschluss beantragen zu können, verlangen Gasnetzbetreiber einige Unterlagen Ihres Hauses. Hierzu zählen eine Flurkarte, in der Ihr Haus gekennzeichnet ist, sowie ein Grundrissplan des Gebäudes, in dem der Hausanschlussraum und die Einführungsstelle der Gasleitung markiert sind.
  • Die Heizleistung Ihrer Gasheizung wird ebenfalls benötigt (20 - 30 kW sind üblich für ein Einfamilienhaus).
  • Haben Sie alles korrekt ausgefüllt, erhalten Sie ein entsprechendes Angebot (häufig als Pauschale, je nach Länge der Gasleitung) sowie einen Netzanschlussvertrag. Für den Fall, dass Ihr Gasanschluss von Standard-Neuanschlüssen abweicht, erhalten Sie ein individuelles Angebot.
  • Pauschalangebote schließen häufig auch die Kosten für Erdarbeiten mit ein. Diese können Sie auch selbst ausführen und dadurch die Kosten für den Gasanschluss etwas reduzieren. Wenn gewünscht, teilen Sie dies Ihrem Gasnetzbetreiber bei der Beantragung mit.
  • Das bestätigte Angebot schicken Sie zusammen mit dem ausgefüllten und unterschriebenen Netzanschlussvertrag an Ihren Gasnetzbetreiber. Sollten Sie Mieter Ihres Hauses oder Grundstücks sein, wird zusätzlich die Einverständniserklärung des Eigentümers verlangt.
  • Ihr Gasnetzbetreiber holt alle notwendigen Genehmigungen bei Behörden ein. Hierzu zählt u.a. die Freigabe der Feuerwehr, dass sich auf dem Grundstück keine Munitionsrückstände befinden.
  • Liegen alle Genehmigungen vor, vereinbart ein beauftragtes Bauunternehmen einen Termin mit Ihnen für die Installationsarbeiten.

Wichtig hierbei: Beantragen Sie Ihren Erdgasanschluss möglichst frühzeitig, auch im Hinblick auf einen Wunschtermin. Bearbeitungszeiten von bis zu drei Monaten sind für einen Gasanschluss keine Seltenheit. Sollten Sie Hilfe benötigen, einen Gasanschluss zu beantragen, wenden Sie sich auch gerne direkt an Ihren Heizungsinstallateur.

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Wie hoch sind die Kosten für einen Gasanschluss?

Auch wenn Gasnetzbetreiber häufig Pauschalangebote verschicken, lassen sich die individuellen Kosten für einen Gasanschluss aufgrund der diversen Gegebenheiten vor Ort kaum beziffern. Zu unterschiedlich ist auch die Preisgestaltung und Preisspanne der einzelnen Netzbetreiber für einen Hausanschluss, die von einem mittleren vierstelligen bis niedrigen fünfstelligen Betrag reichen kann. Zudem haben Sie keine Wahl- oder Vergleichsmöglichkeiten, da Ihr Gasnetzbetreiber der alleinige Ansprechpartner vor Ort ist. Ein Flüssiggastank ist oftmals die einzige Alternative, um die Kosten für einen Hausgasanschluss zu vergleichen.

Wollen Sie einen Gasanschluss legen lassen, hängen die Kosten vorrangig von der Länge der Gasleitung ab. Je länger und aufwändiger es ist die Gasleitung zu verlegen, desto höher sind die Kosten. Gasnetzbetreiber haben hier unterschiedliche Preismodelle und berechnen entweder nur die Leitungslänge auf Ihrem Grundstück oder beziehen zusätzlich auch die Meter auf öffentlichem Grund mit ein. Weiterhin werden beim Gasleitungverlegen entweder die genauen Kosten pro Meter berechnet oder es gibt Längenpauschalen (z.B. Kosten bis 10m / 25m / 50m usw.). Hinzu kommen häufig noch Kosten für die Inbetriebsetzung sowie einen externen Hausanschlusskasten.

Am Beispiel von Hamburg (nicht repräsentativ) kostet ein Erdgasanschluss für ein Einfamilienhaus in der Standardausführung pauschal ab ca. 6.500 Euro. Weicht ein Projekt deutlich von Standardarbeiten ab – z.B. wenn Straßen, Gleise oder Gewässer gequert werden müssen, wenn das Bohrspülverfahren zum Einsatz kommt oder die Gasleitung eine Länge über 200m erreicht – entstehen für einen Erdgasanschluss individuelle Kosten. Mit eigenen Erdarbeiten sowie der gleichzeitigen Verlegung anderer Hausanschlüsse lassen sich die Kosten für einen Erdgasanschluss etwas reduzieren.

Gut zu wissen:

Einfamilienhäuser werden an das Niederdruck-Verteilnetz angeschlossen, nicht an das Mitteldruck- oder Hochdruck-Verteilnetz. Gasnetzbetreiber unterscheiden die verschiedenen Anschlüsse je nach Größe mit deutlichen Preisunterschieden, wobei die Kosten für einen Gasanschluss an das Niederdruck-Verteilnetz häufig am höchsten sind.

Gibt es eine Förderung für einen Erdgasanschluss?

Geldmünzen als Symbol der Förderung

Für einen Gashausanschluss allein bekommen Sie keine Förderung. Förderfähig ist ein Gasanschluss jedoch dann, wenn Sie in einem bestehenden Gebäude (kein Neubau) gleichzeitig eine Gas-Hybridheizung oder Gasbrennwertheizung „renewable ready“ installieren. In diesem Fall zählt der Gasanschluss samt Gasleitung, Hausanschluss und Armaturen zu den Förderungen der Gasheizung.

Geregelt ist die Förderung für einen Erdgasanschluss in der neuen Bundesförderung für effiziente Gebäude (vormals Bafa- und KfW-Förderung). Den staatlichen Zuschuss für einen Gasanschluss erhalten Sie auch dann, wenn Sie sich alternativ für einen Flüssiggastank entscheiden.

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Einen Gasanschluss legen lassen: Wie laufen die Bauarbeiten ab?

Eine Gasleitung legen zu lassen ist in vielen Fällen ein standardisiertes Verfahren, welches innerhalb weniger Arbeitstage erledigt ist. Die einzelnen Schritte haben wir Ihnen hier zusammengestellt:

  • Anbringungsort wird festgelegt und vorbereitet: Bevor die Baufirma die Gasleitung zum Haus legen kann, wird in Absprache mit dem Netzbetreiber vereinbart, wo der Gasanschluss installiert werden soll. Ein Hausanschlussraum innerhalb des Hauses oder ein spezieller Hausanschlusskasten für Gas (außen am Haus) sind hierbei die Möglichkeiten. Der Hausanschlussraum sollte an der Außenwand des Gebäudes liegen, in kürzester Entfernung zum öffentlichen Gasnetz und allgemein zugänglich sein. Die Wände müssen für den Gasanschluss fertiggestellt und eben sein sowie ausreichend Bedien- und Arbeitsfläche bieten, die dauerhaft frei bleiben müssen.
  • Baustelle wird eingerichtet und Erdarbeiten beginnen: Zu Beginn der Verlegearbeiten muss der Grundstücksteil, auf dem die Gasleitung verlaufen soll, komplett freigeräumt werden. Nach Freigabe der Feuerwehr, dass sich auf dem Grundstück keine Blindgänger befinden, können die Erdarbeiten beginnen. Hierzu wird die Leitungstrasse entweder ausgeschachtet oder die Gasleitung wird mittels Bohrspülverfahren direkt durch die Erde geschoben.

  • Gebäudeeinführung und Hauptabsperreinrichtung werden eingebaut: Im nächsten Schritt erhält die Außenwand des Gebäudes einen kleinen Durchbruch und die sogenannte „Gebäudeeinführung“ wird eingesetzt. Hierbei wird darauf geachtet, dass eine spezielle Dichtung für den Gasanschluss verwendet wird, denn die Gebäudeeinführung muss dauerhaft Gas- und wasserdicht sein, um Schäden am Gebäude zu vermeiden. Anschließend kann die Baufirma die Gasleitung ins Haus legen und die Hauptabsperreinrichtung montieren.
  • Gasheizung wird installiert und der Gasanschluss in Betrieb genommen: Nachdem der Gasanschluss vom Netzbetreiber fertiggestellt wurde, baut ein Heizungsinstallateur die Gastherme bzw. Gasheizung ein und meldet die Heizung beim Gasnetzbetreiber an. Der Netzbetreiber stellt anschließend Gaszähler und Gasdruckregler bereit, damit der Installateur die restlichen Bauteile des Gasanschlusses im Haus verlegen kann. Gasanschluss und Gasheizung werden im letzten Schritt miteinander verbunden und die Inbetriebsetzung dokumentiert.

Wichtig zu wissen:

Die Gasleitung für Ihren Hausanschluss darf auf dem eigenen Grundstück niemals überbaut werden, z.B. durch Anbauten an Ihrem Haus wie einen Wintergarten, Schuppen, eine Terrasse, Garage oder ähnliches. Auch tiefwurzelnde Pflanzen und Bäume dürfen Sie nicht über die Gasleitung einpflanzen. Die Leitung muss für Inspektions- und Reparaturarbeiten dauerhaft frei und an jedem Punkt zugänglich bleiben.

FAQ zum Thema Gasanschluss

Ob ein Gasanschluss in Ihrer Straße liegt, können Sie bei Ihrem Gasnetzbetreiber per Onlineformular in Erfahrung bringen. Alternativ können Sie auch Ihre Nachbarn fragen, ob diese mit Gas heizen. Wenn ja, sollte auch bei Ihnen ein Erdgasanschluss möglich sein.

Gashausanschlüsse werden deutschlandweit von der Stadtwerke und Gasnetzbetreibern verlegt. Die Erdarbeiten können Sie mitunter auch selbst ausführen, um Kosten zu sparen.

Ihren zuständigen Gasnetzbetreiber finden Sie schnell und einfach über das Internet. Suchen Sie nach „Gasnetz“ bzw. „Gasnetzbetreiber“ in Verbindung mit Ihrem Ort.

Gasleitungen werden häufig mit gelber Farbe gekennzeichnet. Den Gasanschluss erkennen Sie an einem großen Absperrhebel, in dessen Nähe sich auch der Gaszähler befindet.

Ihr Gashausanschluss wird in wiederkehrenden Abständen vom Gasnetzbetreiber kontrolliert. Die Überprüfung konzentriert sich jedoch nur auf die Hauseinführung sowie die Gasleitung bis zur Absperreinrichtung inkl. Gaszähler und Gasdruckregler. Für die Überprüfung und Wartung Ihrer Gasbrennwertheizung sind Sie als Eigentümer verantwortlich. Die Wartung Ihrer Gastherme sollte jährlich erfolgen, der Schornsteinfeger kommt alle zwei Jahre. Im Unterschied zur Wartung ist die Überprüfung des Gashausanschlusses durch den Netzbetreiber kostenlos.

Die Stilllegung Ihres Gasanschlusses können Sie einfach online bei Ihrem Netzbetreiber beantragen und ist oftmals kostenlos. Hierbei wird Ihre Gasleitung von der allgemeinen Versorgungsleitung abgetrennt.

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