Öl- oder Gasheizung: Ein Vergleich mit Vor- und Nachteilen

Öl- und Gasheizungen stellen neun von zehn Zentralheizungen in Deutschland. So eindeutig bislang die Entscheidung für Öl- und Gasheizungen war, umso schwieriger wird in Zukunft die Frage, ob man lieber mit Gas oder Öl heizen möchte. Wir zeigen Ihnen, warum die Zukunftsfähigkeit inzwischen ein zentrales Thema ist, welche Rolle der CO2-Ausstoß hierbei spielt und mit welcher Heizung Sie langfristig günstiger heizen. Erfahren Sie außerdem, welche Förderanreize der Staat beim Thema Öl- oder Gasheizung setzt, worauf es beim Umrüsten von Öl auf Gas ankommt und was es mit dem Verbot von Ölheizungen auf sich hat.

Für Schnellleser: Das Wichtigste zur Frage „Öl- oder Gasheizung?“ im Überblick

  • Veraltete Heizungen lassen sich mit Brennwerttechnik und erneuerbaren Energien modernisieren.
  • Gasheizungen sind langfristig preiswerter durch geringeren Gaspreis und weniger CO2-Abgaben.
  • Heizöltank und Heizölbestellung machen Ölheizungen etwas unflexibel.
  • Hohe Förderung für Gas-Hybridheizungen, keine Förderung für Ölheizungen.
  • Machbarkeit und Kosten eines Gasanschlusses sind ausschlaggebend, um von Öl auf Gas umzurüsten.
  • Staatliche Auflagen für Ölheizungen sind im §72 Gebäudeenergiegesetz geregelt.

Ölheizung vs. Gasheizung: Die Heizungen im Vergleich

Rund 21 Millionen Zentralheizungen gibt es in Deutschland. Davon sind rund 5 Millionen Öl- und rund 14 Millionen Gasheizungen. Das Hauptgeschäft für beide Heiztechniken ist der Austausch alter Gas- und Ölheizungen gegen moderne Brennwertgeräte. Doch der Markt für Ölheizungen ist rückläufig. Fällt bei drei von vier neu installierten Heizungen die Wahl auf eine Gasheizung , ist im Vergleich nur noch jede zwanzigste neue Heizung eine Ölheizung.

Technisch verbinden Öl- und Gasheizungen viele Gemeinsamkeiten. Beide Geräte brauchen ähnlich viel Platz, arbeiten mit einem zusätzlichen Warmwasserspeicher und sind auf eine Abgasführung angewiesen. Mit der Brennwerttechnik haben Gas- und Ölheizungen inzwischen ihre höchste Entwicklungsstufe erreicht.

Ölheizung und Gasheizung im Vergleich

In diesem Video finden Sie weitere Informationen zur Funktionsweise der Öl- und Gasheizung.

Beide Heizungen verbrennen einen fossilen Energieträger, der CO2-Emissionen verursacht, die bezahlt werden müssen. Um zukunftsfähig zu bleiben, lassen sich Gas- und Ölheizungen mit erneuerbaren Energien kombinieren sowie anteilig mit Biogas bzw. -öl betreiben.

Große Unterschiede zeigen sich bei der Bereitstellung des Brennstoffs. Ölheizungen brauchen immer einen Öltank (Einfamilienhaus ca. 2.000l). Für Gasheizungen ist der Flüssiggastank optional, sollte kein Gasanschluss möglich sein. Im Vergleich haben Ölheizungen zudem eine schlechtere Leistungsregelung, weshalb die Geräte häufiger anspringen und oft überdimensioniert sind. Darüber hinaus sind Ölheizungen nur bodenstehend erhältlich, Gasheizungen gibt es im Vergleich auch wandhängend, die als Gasthermen bekannt sind.

Wie zukunftsfähig sind Öl- und Gasheizungen?

Öl- und Gasheizungen sind seit Jahrzehnten bewährte Heizungen in Deutschland. Doch der fossile Energieträger (Erdgas bzw. Erdöl) wird zunehmend zu einem Manko. Mit hocheffizienter Brennwerttechnik, der Beimischung von Biogas bzw. Bioöl sowie durch Kombination mit erneuerbaren Energien, wie beispielsweise die Kombination von Gasheizungen mit Solar , ist es möglich, die Technik etwas umweltfreundlicher zu machen. Jedoch bleibt der CO2-Ausstoß mit einer Öl- oder Gasheizung bestehen. Diesen hat die Bundesregierung mit einer Abgabe belegt, um die Umweltbelastungen auszugleichen. Der CO2-Preis führt dazu, dass sich das Heizen mit Gas und Öl in den nächsten Jahren verteuern wird.

Erdgas und Heizöl schneiden im CO2-Vergleich unterschiedlich ab. Mit jeder verbrauchten Kilowattstunde produziert eine Ölheizung knapp ein Drittel mehr CO2-Emission als eine Gasheizung. Berechnet wird der CO2-Preis jährlich pro Tonne. Durchschnittlich produziert ein Einfamilienhaus mit einer Gasheizung rund 4 Tonnen CO2 und rund 5,3 Tonnen CO2 mit einer Ölheizung (Jahresverbrauch 20.000 kWh). Der Preis pro Tonne steigert sich kontinuierlich bis zum Jahr 2025, von anfänglich knapp 30 Euro auf final rund 65 Euro (inkl. MwSt.).

Kostenvergleich Öl vs. Gas: Was ist günstiger?

Ölheizung und Gasheizung kosten in der Anschaffung in etwa gleich viel, jedoch gibt es leichte Vorteile für die Gasheizung. Der reine Gerätepreis für einen bodenstehenden Gasbrennwertkessel liegt im Durchschnitt rund 1.000 Euro unter dem Preis für einen vergleichbaren Ölbrennwertkessel. Egal ob Ölheizung oder Gasheizung, mit Kosten zwischen 5.700 und 10.000 Euro für einen Ölkessel sowie rund 5.200 bis 7.800 Euro für einen Gaskessel können Sie gut kalkulieren. Hinzu kommen Ausgaben für einen Warmwasserspeicher, die Abgasführung und Einbau, die sich im Kostenvergleich Gasheizung Ölheizung jedoch nicht groß unterscheiden.

Beim Preisvergleich von Heizöl und Erdgas zeigt sich ein ähnliches Bild. So lag tendenziell der Ölpreis in den vergangenen Jahren immer etwas über dem Gaspreis (Orientierungswert: knapp 7 Cent / kWh). Dies bestätigen auch Vergleichsportale, wonach das Heizen mit Öl im langjährigen Vergleich etwas teurer ist. So muss ein Einfamilienhaus pro Jahr rund 100 Euro mehr Heizkosten mit einer Ölheizung als mit einer Gasheizung bei gleichbleibenden Jahresverbrauch einplanen. Zudem ist der Kauf von Heizöl ein weiterer Kostenfaktor, der mit einer Gasheizung nicht entsteht. Da der Ölpreis im Jahresverlauf größeren Schwankungen unterliegt ist es wichtig, den optimalen Zeitpunkt für die Heizölbestellung zu treffen. Ansonsten entstehen zusätzliche Kosten.

Die Frage „Was ist günstiger bzw. billiger: eine Öl- oder Gasheizung?“ lässt sich daher eindeutig beantworten. Langfristig ist eine Gasheizung günstiger. Die Anschaffungskosten sind geringer, die Preise für Gas sind günstiger und bei gleichem Verbrauch entstehen weniger CO2-Ausstoß und CO2-Abgaben.

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Gibt es eine Förderung für eine Öl- oder Gasheizung?

Neue Gasheizungen werden staatlich mit bis zu 30% Zuschuss gefördert , sofern die Geräte mit erneuerbaren Energien kombiniert werden (Solar, Wärmepumpe der Kaminofen). Für eine neue Ölheizung erhalten Sie keine Förderung. Ersetzen Sie jedoch eine alte Ölheizung durch eine neue Gas-Hybridheizung oder eine andere Heizung auf Basis von erneuerbaren Energien, dann winkt Ihnen ein zusätzlicher Bonus von 10%.

Als Alternative zur staatlichen Förderung können Sie den Einbau einer Öl- oder Gas-Brennwertheizung steuerlich absetzen. Eine Kombination aus Steuervorteil und finanziellem Zuschuss ist jedoch nicht möglich. Weitere Informationen finden Sie in unserem Artikel zur Förderung einer Gasheizung.

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Eine Ölheizung auf Gas umrüsten: Welche Arbeiten & Kosten entstehen?

Wenn Sie von Öl auf Gas umstellen wollen, muss zuallererst die Gasversorgung sichergestellt sein. Erkundigen Sie sich bei Ihrem örtlichen Energieversorger, ob ein Gasanschluss möglich ist, was dieser kostet und wie die Vertragsbedingungen aussehen. Je weiter die öffentliche Gasleitung von Ihrem Haus entfernt liegt, desto teurer und unwahrscheinlicher wird es, Öl durch Gas zu ersetzen. Ein Flüssiggastank kann in diesem Fall eine Alternative sein. In beiden Fällen liegt es im Interesse des Energieversorgers, Ihnen nicht nur die Infrastruktur bereitzustellen, sondern auch Gas zu verkaufen. Prüfen Sie daher alle Optionen (u.a. Gastank kaufen oder mieten) bevor Sie sich vertraglich binden, um Kosten zu sparen.

Ist die Gasversorgung sichergestellt kann es losgehen, die alte Ölheizung gegen eine moderne Gasheizung auszutauschen. Zunächst wird die alte Technik zurückgebaut, sämtliche Anschlüsse getrennt und der Öltank ausgebaut. Für Restöl erhalten Sie in den wenigsten Fällen eine Erstattung, vor allem nicht wenn der Öltank sehr alt ist. Öltank und alter Ölkessel werden anschließend fachgerecht entsorgt. Da Öl- und Gasheizung die gleiche Infrastruktur im Haus benötigen, ist es recht einfach von Öl auf Gas umzubauen. Die neue Gasheizung wird mit den alten Anschlüssen für die Hydraulik und Elektrik verbunden und der alte Schornstein mit einem neuen Abgasrohr modernisiert.

Für den Rückbau der alten Ölheizung und die Bereitstellung einer Gasversorgung können Sie im Einfamilienhaus ungefähr mit Kosten ab 3.000 Euro kalkulieren. Eine neue Gasbrennwertheizung inkl. Einbau erhalten Sie ab ca. 7.000 Euro. Für das gesamte Projekt Öl gegen Gas austauschen können Sie daher mit Kosten ab ca. 10.000 Euro rechnen. Wollen Sie zusätzlich von Öl auf eine Gas-Hybridheizung umstellen, kosten erneuerbare Energieträger (Solar oder Kaminofen) ab 5.000 Euro extra.

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Schauen Sie sich hier die Heizungsumstellung von Öl- auf Gasheizung in einem Praxisbeispiel an.

Zur Referenz

Fazit: Was ist besser: mit Öl oder Gas heizen?

Vorteile & Nachteile einer Gasheizung gegenüber einer Ölheizung
Etwas preiswerter in der Anschaffung
Geringere Betriebskosten durch niedrigere Gaspreise und weniger CO2-Abgaben
Machbarkeit und Kosten eines Gasanschlusses zentral, um von Öl auf Gas umzurüsten
Vorteile & Nachteile einer Ölheizung gegenüber einer Gasheizung
Lässt sich standortunabhängig überall installieren
Bereits stärker gesetzlich reglementiert
Geringe Flexibilität durch Öltank und Heizölbestellung

Wenn Sie vor der Wahl stehen, ob die neue Heizung eher eine Ölheizung oder Gasheizung sein soll, dann spricht inzwischen vieles für die Gasheizung. Vorausgesetzt die Gasversorgung lässt sich zu möglichst geringen Kosten realisieren. Hinsichtlich der Eignung für Einfamilienhäuser gibt es zwischen Öl- oder Gas-Brennwerttechnik keine Unterschiede.

FAQ zum Thema Öl- oder Gasheizung

Laut §72 Gebäudeenergiegesetz dürfen Ölkessel, die älter als 30 Jahre sind und noch mit Konstanttemperatur arbeiten (Leistungsbereich 4 – 400 kW), nicht mehr betrieben werden. Zusätzlich dürfen ab 2026 nur noch Ölheizungen eingebaut werden, wenn der Energiebedarf des Hauses anteilig durch erneuerbare Energien gedeckt wird.

Der optimale Zeitpunkt ist gekommen, wenn die alte Ölheizung modernisiert werden muss. Lässt sich eine Gasversorgung kostengünstig einrichten, dann sprechen die geringeren Anschaffungskosten sowie günstigere Gas- und CO2-Preise für eine Gasbrennwertheizung.

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